#ThrowbackThursday: Fachtagung 2005 in #Rostock mit Edith Buley und Judith Torma 

Zwischen Dampfmaschinen und Digitaler Schwelle – Rostocks Wirtschaft 2005 im Fokus

Wie ein Hafen voller Schiffe lag Rostock im Jahr 2005 zwischen Beständigkeit und Wandel, getragen von maritimer Tradition, aber gedrückt vom rauen Wind gesamtwirtschaftlicher Herausforderungen. Die große Werftindustrie, deren Kräne wie stählerne Riesen am Horizont stehen, prägte weiterhin das Bild der Hansestadt. Der Schiffbau und der Seehafen waren nicht nur physische Landmarken, sondern auch tief verwurzelte wirtschaftliche Motoren der Region – doch 2005 war ein Jahr, in dem die motorische Kraft dieser Sektoren in einem schwierigen Umfeld arbeiten musste. Parallel dazu wuchs der Dienstleistungssektor, insbesondere der Tourismus rund um Warnemünde und der Luftverkehr über den Flughafen Rostock-Laage, der im Jahr 2005 mit rund 175 000 Passagieren operierte und damit einen spürbaren Impuls im regionalen Wirtschaftsgefüge setzte.Rathaus Rostock

Deutschlandweit zeichnete sich 2005 durch ein moderates Wirtschaftswachstum aus, das stark von externen Faktoren wie Auslandsexporten beeinflusst wurde, während die inländische Nachfrage eher verhalten blieb. Die Binnenkonjunktur wies weiterhin träge Züge auf, was sich auch auf strukturschwächere Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern auswirkte. Rostock war in diesem Gefüge einer Stadt gleich, die durch äußere Wellen bewegt wurde – mal getragen vom Exportimpuls, mal gebremst von schwacher Nachfrage und stagnierender Investitionen.EconStor

Doch der vielleicht spürbarste Schatten fiel auf den Arbeitsmarkt: Im Februar 2005 erreichte die Arbeitslosigkeit in Rostock mit einer Quote von 23,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung – ein alarmierendes Signal für Beschäftigte in allen Branchen, Bürokräfte und Assistenz inklusive.Rathaus Rostock

Diese Zahlen erzählen mehr als Statistik; sie sind eine Kulisse, vor der Sekretärinnen und Assistentinnen täglich ihren beruflichen Tanz zwischen Unsicherheit und Kompetenz ausführen mussten.

Die Arbeitswelt im Umbruch – Herausforderungen für Sekretärinnen 2005

Wie eine Skyline im Nebel präsentierte sich Anfang 2005 der Rostocker Arbeitsmarkt: klar umrissene Aufgaben, doch im Dunst der strukturellen Wandlungsprozesse verschwommen die Konturen des Gewohnten. Die hohe Arbeitslosigkeit bedrohte nicht nur Produktions- und Handwerksberufe, sondern wirkte sich auch indirekt auf administrative Aufgaben aus. Viele Unternehmen mussten ihre Ressourcen prüfen, Prozesse verschlanken und Aufgaben neu interpretieren – ein Szenario, das die Sekretariatswelt auf eine harte Probe stellte.Rathaus Rostock

In den Büros – oft die pulsierenden Knotenpunkte der Unternehmenskommunikation – war Routine plötzlich kein Garant mehr. Wo früher terminiertes Diktat und klassische Aktenpflege dominierten, forderte der Wandel zunehmend multifunktionale Kompetenzen: Organisation, Projektkoordination, Kommunikation, digitale Werkzeuge. Der Sekretariatsalltag verwandelte sich in ein Spielfeld, auf dem neben Schreibmaschine und Telefon nun auch E-Mails, Datenbanken und Präsentationen souverän beherrscht werden mussten.

Gerade in einer Region wie Rostock, deren wirtschaftliche Basis tief in maritimen und industriellen Wurzeln verankert war, rüttelte der Strukturwandel an langgewohnten Sicherheitsgefühlen. Sekretärinnen standen im Zentrum eines intensiven Lernprozesses: neue Software, vernetzte Kommunikation, Schnittstellen zu Marketing und Kundenbetreuung – plötzlich musste die Assistenz Rolle, Haltung und Stimme erheben, um Bestand zu sichern.

Dazu kam ein gesellschaftlicher Druck, der sich in den Reihen vieler KMU bemerkbar machte: Effizienz und Flexibilität wurden zu Maßstäben des Alltags. Die Fähigkeit, rasch zwischen Aufgaben zu wechseln, Prioritäten zu setzen und in komplexen Situationen Gelassenheit zu bewahren, wurde nicht nur geschätzt, sie wurde erwartet. Dieses Jahr war ein Brennglas, das zeigte, wer im Stillen glänzte und wer noch schärfen musste.

Kommunikation und Körpersprache – Schlüsselkompetenzen im Sekretariat 2005

Im Zentrum vieler Gespräche, Diskussionen und Meetings lag 2005 ein Thema, das oft unterschätzt, aber immens wirkungsvoll war: Kommunikation – und die stille Kraft der Körpersprache. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit kann der erste Eindruck Türen öffnen oder verschließen, Nuancen im Blick oder eine klare Haltung den Ausschlag geben. In meinem damaligen Seminar im Tri-Hotel Rostock beleuchtete ich diese Aspekte als essenziell für erfolgreiche Sekretariatsarbeit.

Kommunikation ist mehr als Worte. Sie ist Melodie, Rhythmus, Blick – sie ist jene nonverbale Symphonie, die Vertrauen schafft und Kompetenz ausstrahlt. Eine Sekretärin, die souverän, klar und mit offener Haltung spricht, wird gehört; sie wird wahrgenommen als Teil der Lösung, nicht nur als Stenographin des Tages. Dieses seminaristische Verständnis verhalf vielen Teilnehmerinnen, die stille Kraft im eigenen Auftreten zu entdecken.

Körpersprache wird dann zum Rohstoff, wenn Worte zu knapp sind und Situationen Präsenz verlangen. Im Meeting, im Empfangsbereich, in der Zusammenarbeit mit Vorgesetzten oder Kunden – ein sicherer Stand, ein offener Blick und eine klare Stimme können Berge versetzen. Gerade in Rostock, wo Tradition auf Moderne traf, war diese Form persönlicher Präsenz ein unsichtbarer, aber kraftvoller Anker.

Und ja: Diese Themen sind heute aktueller denn je. In einer digital vernetzten, zugleich menschlich suchenden Arbeitswelt sind Kommunikation und Körpersprache keine Nebenfragen – sie sind die Brücke zwischen Fachwissen und spürbarer Professionalität.

Rostock und der Verband – Eine Jahresreise der Kontinuität, Inspiration und Heimat

Viele Jahre lang war Rostock nicht nur Gastgeber, sondern wirklich die Heimat des Verbandes der Sekretärinnen & Sekretäre e. V. – ein Anspruch, der weit über ein Bürogebäude hinausreichte und tief in das Selbstverständnis dieser Berufsgruppe hineinwirkte. In den langen Jahren, in denen der Verband dort seine Wurzeln schlug, entstand ein lebendiges Netzwerk, das weit in die Unternehmen, Verwaltungen und Bildungslandschaften der Region strahlte. Rostock wurde zum vertrauten Dreh- und Angelpunkt für alle, die den Alltag im Sekretariat meisterten und sich gleichzeitig weiterentwickeln wollten.

Seit 1991 lädt der Verband der Sekretärinnen jährlich zur Tagung nach Rostock ein – ein lebendiges Zeugnis dafür, dass diese Stadt mehr ist als ein geografischer Punkt auf der Karte. Sie ist ein Ort des Austauschs, des Lernens und des echten Aufbruchs, an dem über Dekaden hinweg Bewährtes mit frischen Perspektiven verschmolz. Jahr für Jahr erfüllt die Region diese Tagung mit Leben, Energie und Neugierde, weil hier Unternehmen, Dienstleister und Sekretärinnen zusammenfinden, um voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und Zukunft zu gestalten.

Diese regelmäßige Zusammenkunft ist mehr als ein Termin im Kalender – sie ist ein Ausdruck des Engagements all jener, die im Büroalltag Verantwortung tragen und zugleich bewusst in ihre berufliche Zukunft investieren. Sie zeigt: Rostock bietet nicht nur wirtschaftliche Kulisse, sondern einen lebendigen, stabilen Raum, in dem sich Netzwerke, Fähigkeiten und Visionen entfalten. Die Kontinuität der durchweg vollen Tagungen steht für den Mut zur Veränderung, für den Glauben an Wachstum – und nicht zuletzt für die tiefe Anerkennung, dass Sekretärinnen und Assistentinnen einen unschätzbaren Beitrag leisten zur Stabilität und Entwicklung der regionalen Wirtschaft. Im Rückblick auf 2005 erleben wir nicht nur Zahlen und Herausforderungen, sondern ein Panorama aus Lernprozessen, Chancen und persönlicher Entwicklung – ein Erbe, das bis heute wirkt.

Viele der hier behandelten Inhalte entstehen aus dem Austausch mit Teilnehmenden der Fachtagungsreihe des Verbands der Sekretärinnen. Sie spiegeln Fragen, Erfahrungen und Entwicklungen aus dem Büroalltag wider. 

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