„Du bist doch nur die Sekretärin.“
Ein Satz wie ein Nadelstich.
Und gleichzeitig der Startpunkt für eine Debatte, die längst überfällig ist.
Denn während draußen über KI, Digitalisierung und neue Führungsstile gesprochen wird, stehen im Büro zwei Berufsbezeichnungen nebeneinander, die häufig in denselben Topf geworfen werden –
Sekretärin und Office-Managerin.
Gleicher Job?
Gleiche Verantwortung?
Gleiche Anerkennung?
Oder trennen diese beiden Begriffe in Wahrheit Kompetenzlevel, Rollenverständnis und Karrierewege, die kaum jemand laut ausspricht?
Was, wenn wir endlich ehrlich wären?
Die klassische Sekretärin galt jahrzehntelang als rechte Hand – zuverlässig, loyal, organisatorisch unersetzlich.
Doch der Beruf hat sich längst weiterentwickelt:
digitale Prozesse, komplexe Kommunikation, KI-gestützte Arbeitsmethoden, crossfunktionale Aufgaben.
Viele Sekretärinnen arbeiten heute faktisch wie Office-Managerinnen,
sie nennen sich nur nicht so.
Gleichzeitig gibt es Office-Managerinnen, die Aufgaben übernehmen, die früher eher dem mittleren Management zugeschrieben wurden:
Projektsteuerung, Leadership-Aufgaben, Budgetverantwortung, Change-Begleitung.
Sind das wirklich „nur Titel“?
Oder markieren sie Karrierestufen, die niemand klar definiert hat – aber jede spürt?
Diese stille Spannung erleben wir in Weiterbildungen von Potsdam bis Leipzig, von Chemnitz bis Erfurt:
Eine Sekretärin sagt: „Ich mache alles, was eine Office-Managerin macht – warum steht es nicht auf meiner Visitenkarte?“
Eine Office-Managerin sagt: „Ich wünsche mir, dass meine Verantwortung endlich sichtbar wird.“
Und beide haben recht.
Vielleicht ist es Zeit, den Titel neu zu denken
Was wäre, wenn wir den Unterschied nicht länger verschweigen?
Was wäre, wenn wir sagen dürften:
- Die Sekretärin hält das Büro am Laufen.
- Die Office-Managerin gestaltet das Büro der Zukunft mit.
Beide Berufsrollen sind wertvoll.
Beide tragen Verantwortung.
Beide verdienen Anerkennung – und Entwicklungsmöglichkeiten.
Der Unterschied liegt nicht im Stempel auf der Tür,
sondern im Selbstverständnis, in der Kompetenz und im Mut, die eigene Rolle laut zu definieren.
Jetzt sind Sie dran – ehrlich, direkt, mutig:
👉 Ist „Office-Managerin“ nur ein moderner Titel für die Sekretärin?
👉 Oder sehen Sie darin tatsächlich unterschiedliche Berufsprofile und Karrierestufen?
Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare. Mit einem Satz. Mit einem Gedanken. Mit einer Haltung.
Denn diese Diskussion entscheidet nicht nur über Wörter – sie entscheidet über Wertschätzung, Entwicklung und die berufliche Zukunft vieler Frauen im Büro.
Ich bin gespannt, wie Sie es sehen. Richtig gespannt.
Dieses Thema des Titels diskutieren wir fast jedes Jahr auf der Fachtagung neu – was will die Chefetage mit dem Titel erreichen? Wie wichtig sind die Berufsbezeichnungen für die Menschen, die täglich darin arbeiten?









