Jahresmitarbeitergespräch vorbereiten: Was wollen Sie im nächsten Jahr wirklich besser können? 

Der Termin steht im Kalender: Jahresmitarbeitergespräch, Dienstag, 10 Uhr. Vielleicht haben Sie sich bereits ein paar Stichpunkte gemacht. Welche Aufgaben sind im vergangenen Jahr dazugekommen? Was ist gut gelaufen? Wo gab es Schwierigkeiten? Welche Projekte haben Sie abgeschlossen, welche Probleme gelöst, welche zusätzlichen Aufgaben inzwischen ganz selbstverständlich übernommen?

Und dann kommt eine Frage, die auf den ersten Blick viel einfacher klingt, als sie tatsächlich ist: „Wie möchten Sie sich im kommenden Jahr weiterentwickeln?“

Natürlich können Sie darauf antworten: „Ich würde gern eine Weiterbildung machen.“ Das zeigt Lernbereitschaft, sagt aber noch wenig darüber aus, wohin Sie sich entwickeln möchten. „Etwas mit Excel“, „mehr über KI“ oder „vielleicht Kommunikation“ sind Themenfelder, aber noch keine beruflichen Entwicklungsziele.

Dabei kennen Sie die entscheidenden Hinweise längst. Sie stecken mitten in Ihrem Arbeitsalltag. Sie wissen, welche Aufgabe Sie regelmäßig mehr Zeit kostet, als sie kosten sollte. Sie merken, bei welchem neuen Thema Ihnen Routine fehlt. Sie erleben, an welcher Stelle Sie immer wieder nachfragen, improvisieren oder sich vorsichtshalber absichern. Nur nennen Sie diese Situationen vermutlich nicht sofort „Weiterbildungsbedarf“.

Genau deshalb lohnt es sich, das Jahresmitarbeitergespräch einmal anders vorzubereiten: Beginnen Sie nicht beim Seminarkatalog. Beginnen Sie bei Ihrer Arbeit. Welche Aufgabe möchten Sie sicherer beherrschen? Wo möchten Sie schneller werden? Welche Verantwortung übernehmen Sie inzwischen, für die Ihnen noch Wissen oder Routine fehlt?

Wenn Sie darauf eine klare Antwort finden, wird aus „Ich würde mich gern weiterbilden“ ein berufliches Entwicklungsziel, über das sich im Jahresmitarbeitergespräch sehr viel konkreter sprechen lässt.

  

Warum gehört Weiterbildung überhaupt ins Jahresmitarbeitergespräch?

Ein Jahresmitarbeitergespräch blickt nicht nur zurück. Es soll – je nach Ausgestaltung im Unternehmen oder in der Verwaltung – auch den Blick nach vorn öffnen. In der Personalpraxis werden dabei häufig unterschiedliche Gesprächsanlässe miteinander verbunden: die Beurteilung der bisherigen Arbeit, die Vereinbarung künftiger Ziele und die Frage, wie sich eine Mitarbeiterin fachlich weiterentwickeln kann. Haufe unterscheidet entsprechend zwischen Zielvereinbarungs-, Beurteilungs- und Fördergesprächen; beim Fördergespräch stehen ausdrücklich Qualifizierung und die Vorbereitung auf neue oder anspruchsvollere Tätigkeiten im Mittelpunkt.

Gerade für Sekretärinnen und Büromanagerinnen lohnt sich dieser Blick nach vorn. Denn der eigene Aufgabenbereich verändert sich häufig schleichend. Vielleicht haben Sie vor zwei Jahren noch Termine koordiniert und Korrespondenz vorbereitet. Heute organisieren Sie zusätzlich digitale Besprechungen, pflegen gemeinsame Postfächer, erstellen Auswertungen, strukturieren Informationen für die Geschäftsleitung oder sollen plötzlich wissen, wie KI-Anwendungen sinnvoll und sicher eingesetzt werden. Die Stellenbezeichnung kann dieselbe bleiben, während darunter längst neue Anforderungen entstanden sind.

Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt Unternehmen bei der Personalentwicklung deshalb einen Abgleich zwischen den Anforderungen eines Arbeitsplatzes heute und den Anforderungen, die künftig benötigt werden. Ein Qualifizierungsbedarf kann beispielsweise entstehen, wenn sich Technologien, Vorschriften, Arbeitsprozesse oder die Aufgaben eines Unternehmens verändern.

Für Ihr Jahresgespräch ergibt sich daraus eine wichtige Perspektive: Sie müssen Weiterbildung nicht als persönlichen Zusatzwunsch präsentieren. Sie können darüber sprechen, welche Anforderungen sich in Ihrer Arbeit verändert haben und welche Kompetenzen Sie dafür weiterentwickeln möchten.

Das macht einen erheblichen Unterschied. Denn die Frage lautet dann nicht mehr nur: „Darf ich ein Seminar besuchen?“ Sie lautet: „Was muss ich künftig sicher beherrschen, damit ich meine Aufgaben weiterhin professionell erledigen und neue Verantwortung übernehmen kann?“

Und genau diese Frage führt zum eigentlichen Knackpunkt: Bevor Sie eine passende Weiterbildung auswählen können, müssen Sie zunächst erkennen, wo Ihr tatsächlicher Weiterbildungsbedarf liegt.

Merksatz

Weiterbildung beginnt nicht mit der Frage: „Welches Seminar möchte ich besuchen?“ Sie beginnt mit der Frage: „Welche Aufgabe soll ich künftig besser, sicherer oder selbstständiger bewältigen können?“

Wie erkennen Sie Ihren tatsächlichen Weiterbildungsbedarf?

Die Frage klingt zunächst einfach: Wo möchten Sie sich weiterbilden?

In der Praxis ist sie erstaunlich schwer zu beantworten. Denn im Büroalltag begegnet Ihnen selten ein Problem mit einem Schild um den Hals, auf dem „Weiterbildungsbedarf“ steht. Sie erleben stattdessen Situationen.

Vielleicht benötigen Sie für eine Excel-Auswertung jedes Mal länger, als Ihnen lieb ist. Vielleicht suchen Sie regelmäßig nach Informationen, die eigentlich irgendwo dokumentiert sein müssten. Vielleicht formulieren Sie eine schwierige E-Mail dreimal um, bevor Sie auf „Senden“ klicken. Oder Sie sollen plötzlich KI einsetzen und merken, dass zwischen „einfach ausprobieren“ und einem sicheren beruflichen Einsatz doch ein erheblicher Unterschied liegt.

Genau diese Situationen sind interessant.

Denn Weiterbildungsbedarf zeigt sich häufig dort, wo Aufgabe und vorhandene Kompetenz nicht mehr ganz zusammenpassen. Das bedeutet keineswegs, dass Sie Ihre Arbeit nicht beherrschen. Im Gegenteil: Oft entstehen solche Lücken gerade deshalb, weil Ihr Aufgabenbereich gewachsen ist, neue Technik hinzukommt oder Sie inzwischen Verantwortung übernehmen, die früher nicht bei Ihnen lag.

Deshalb würde ich vor dem Jahresmitarbeitergespräch nicht zuerst fragen: „Welche Seminare gibt es eigentlich?“

Nehmen Sie lieber Ihren Arbeitsalltag auseinander.

Wo kostet Sie eine wiederkehrende Aufgabe unverhältnismäßig viel Zeit? Wo fehlt Ihnen Sicherheit? Welche Tätigkeit erledigen Sie zwar, aber noch mit viel Nachdenken, Nachschlagen oder Rückversicherung? Und welche Aufgabe würden Sie gern übernehmen, wenn Sie dafür das nötige Wissen hätten?

Damit verschiebt sich der Blick. Aus „Excel wäre vielleicht mal gut“ wird zum Beispiel: „Ich muss regelmäßig Daten aus mehreren Listen zusammenführen und möchte das sicherer und schneller beherrschen.“

Aus „Ich müsste mal etwas zu Kommunikation machen“ kann werden: „Ich führe inzwischen häufiger schwierige Telefongespräche und möchte lernen, wie ich auch bei Beschwerden klar und verbindlich bleibe.“

Und aus „KI interessiert mich“ wird möglicherweise: „KI wird bei uns zunehmend genutzt. Ich möchte verstehen, welche Aufgaben sich damit sinnvoll unterstützen lassen und wo ich besonders sorgfältig prüfen muss.“

Das sind keine kleinen sprachlichen Unterschiede. Sie verändern die Qualität Ihres Weiterbildungswunsches. Denn plötzlich können Sie erklären, welche konkrete Arbeitssituation Sie verbessern möchten.

Selbstcheck: Wo könnte Ihr nächster Weiterbildungsbedarf liegen?

Gehen Sie die folgenden Fragen einmal mit Blick auf die vergangenen drei bis sechs Monate durch. Sie müssen nicht überall ein Häkchen setzen. Interessant sind vor allem die Punkte, bei denen Ihnen sofort eine konkrete Situation einfällt.

  • Welche Aufgabe kostet mich regelmäßig mehr Zeit, als sie eigentlich kosten sollte?
  • Bei welcher Aufgabe muss ich häufig nachschlagen oder Kolleginnen und Kollegen um Hilfe bitten?
  • Welche neue Aufgabe ist in den vergangenen Monaten zu meinem Arbeitsbereich hinzugekommen?
  • Bei welchem digitalen Werkzeug nutze ich nur einen kleinen Teil der Möglichkeiten?
  • Welche Gespräche, E-Mails oder Abstimmungen empfinde ich als besonders schwierig?
  • Wo entstehen immer wieder Fehler, Rückfragen oder unnötige Arbeitsschleifen?
  • Welche Aufgabe würde ich gern selbstständiger übernehmen?
  • Welche Kompetenz könnte meiner Führungskraft oder meinem Team spürbar Arbeit abnehmen?
  • Welche Veränderung in unserem Unternehmen oder unserer Verwaltung wird neue Kenntnisse von mir verlangen?

Mein Hinweis: Schreiben Sie zu jedem Punkt, der Sie betrifft, ein konkretes Beispiel aus Ihrem Arbeitsalltag dazu. Genau diese Beispiele brauchen Sie später für Ihr Jahresmitarbeitergespräch.

KI-Praxis

Finden Sie mit KI heraus, wo Ihr Weiterbildungsbedarf liegt

Sie nutzen ChatGPT, Copilot oder eine andere KI? Dann können Sie den Selbstcheck auch als kleines Fragegespräch durchführen. Kopieren Sie den folgenden Prompt in Ihre KI. Wichtig: Geben Sie keine vertraulichen Unternehmensdaten oder personenbezogenen Informationen ein.

Prompt zum Kopieren
Ich möchte mich auf mein Jahresmitarbeitergespräch vorbereiten und herausfinden, in welchen Bereichen eine Weiterbildung für mich sinnvoll wäre. Stelle mir die folgenden Fragen nacheinander und warte jeweils auf meine Antwort: 1. Welche Aufgaben kosten mich regelmäßig mehr Zeit, als sie eigentlich sollten? 2. Bei welchen Aufgaben muss ich häufig nachschlagen oder andere um Hilfe bitten? 3. Welche neuen Aufgaben sind in den vergangenen Monaten hinzugekommen? 4. Bei welchen Programmen oder digitalen Werkzeugen nutze ich bisher nur einen kleinen Teil der Möglichkeiten? 5. Welche Gespräche, E-Mails oder Abstimmungen empfinde ich als besonders schwierig? 6. Wo entstehen wiederholt Fehler, Rückfragen oder unnötige Arbeitsschleifen? 7. Welche Aufgabe würde ich künftig gern selbstständiger übernehmen? 8. Welche Kompetenz könnte meiner Führungskraft oder meinem Team spürbar Arbeit abnehmen? 9. Welche Veränderungen in meinem Unternehmen oder meiner Verwaltung könnten künftig neue Kenntnisse von mir verlangen? Frage nach, wenn meine Antwort zu allgemein ist, und bitte mich dann um ein konkretes Beispiel aus meinem Arbeitsalltag. Fasse anschließend meine Antworten zusammen und zeige mir: – meine drei wichtigsten Entwicklungsfelder, – welche konkrete Kompetenz jeweils dahintersteht, – wie ich daraus ein Weiterbildungsziel formulieren könnte, – und wie ich dieses Ziel in meinem Jahresmitarbeitergespräch sachlich begründen kann. Bitte erfinde keine Informationen über meinen Arbeitsplatz. Wenn meine Angaben für eine Einschätzung nicht ausreichen, frage nach. Ich werde keine vertraulichen Unternehmensdaten, personenbezogenen Daten oder internen Dokumente eingeben.
Bitte beachten: Die KI kann Ihnen helfen, Ihre Gedanken zu strukturieren. Prüfen Sie die Vorschläge trotzdem selbst. Sie kennen Ihre Aufgaben, Ihren Arbeitsplatz und Ihre beruflichen Ziele besser als das System.

Sie haben Ihre Entwicklungsfelder gefunden und möchten jetzt wissen, welche Weiterbildung dazu passen könnte?

Weiterbildungsfinder starten

Wie wird aus einem Büroproblem ein konkretes Weiterbildungsziel?

Nehmen wir an, Sie haben beim Selbstcheck drei Punkte markiert. Sie verlieren regelmäßig Zeit mit Excel-Auswertungen, bei schwierigen E-Mails feilen Sie lange an einzelnen Formulierungen und beim Thema KI fehlt Ihnen noch die Sicherheit, welche Aufgaben Sie damit überhaupt sinnvoll unterstützen können.

Damit haben Sie bereits etwas Wertvolles gefunden: keine drei Seminare, sondern drei konkrete Arbeitssituationen.

Im nächsten Schritt sollten Sie diese Situationen genauer betrachten. Fragen Sie sich nicht nur, was Ihnen schwerfällt, sondern auch, was Sie anschließend besser können möchten. Denn genau dort entsteht aus einer alltäglichen Schwierigkeit ein berufliches Entwicklungsziel.

Aus „Excel kostet mich zu viel Zeit“ könnte beispielsweise werden: „Ich möchte wiederkehrende Auswertungen sicherer aufbauen und Arbeitsschritte vereinfachen.“

Aus „Bei schwierigen E-Mails bin ich unsicher“ wird: „Ich möchte auch bei Beschwerden oder Konflikten klar, verbindlich und adressatengerecht formulieren können.“

Und aus „Mit KI kenne ich mich noch nicht richtig aus“ lässt sich ein deutlich präziseres Ziel formulieren: „Ich möchte beurteilen können, für welche Aufgaben ich KI im Büro sinnvoll einsetzen kann und welche Ergebnisse ich besonders sorgfältig prüfen muss.“

Damit verändern Sie auch das Gespräch mit Ihrer Führungskraft. Sie sprechen nicht mehr nur über ein interessantes Seminarthema, sondern über eine Kompetenz, die unmittelbar mit Ihrer Arbeit verbunden ist.

Das ist besonders wichtig, wenn sich Ihr Aufgabenbereich bereits weiterentwickelt hat. Weiterbildung muss schließlich nicht erst dann beginnen, wenn eine neue Stellenbeschreibung auf dem Tisch liegt. Häufig entwickelt sich die Tätigkeit längst vorher: Sie übernehmen zusätzliche Aufgaben, arbeiten mit neuen Programmen, koordinieren komplexere Abläufe oder werden bei Fragen einbezogen, die früher gar nicht zu Ihrem Arbeitsbereich gehörten.

Wenn Sie diesen Gedanken weiterverfolgen möchten, lesen Sie auch unseren Beitrag über lebenslanges Lernen im Büro und die berufliche Entwicklung von Sekretärinnen und Büromanagerinnen. Dort geht es gerade darum, Weiterbildung nicht als einzelne Veranstaltung zu betrachten, sondern als kontinuierliche Entwicklung.

Für Ihr Jahresmitarbeitergespräch brauchen Sie allerdings zunächst keinen mehrjährigen Bildungsplan. Eine klare Verbindung reicht:

Welche Aufgabe erledige ich heute? Welche Kompetenz möchte ich dafür ausbauen? Und was verbessert sich dadurch?

Wenn Sie diese drei Fragen beantworten können, haben Sie eine wesentlich bessere Grundlage für die Suche nach einer passenden Weiterbildung.

Und genau an dieser Stelle können Sie unseren Weiterbildungsfinder für Sekretariat und Assistenz starten. Er beginnt nicht mit einer langen Seminarliste, sondern mit acht kurzen Fragen zu Ihren Aufgaben, Herausforderungen und Weiterbildungszielen. Die aktuelle Seite nennt dafür ungefähr zwei Minuten; eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Empfehlung wird unmittelbar angezeigt.

Der Finder nimmt Ihnen die Entscheidung nicht ab. Er hilft Ihnen, Ihren bereits erkannten Entwicklungsbedarf mit passenden Weiterbildungsthemen zu verbinden.

So klingt das Problem Daraus wird ein Entwicklungsziel Möglicher Weiterbildungsbereich
„Für meine Excel-Auswertungen brauche ich viel zu lange.“ „Ich möchte wiederkehrende Auswertungen sicherer aufbauen und Arbeitsschritte vereinfachen.“ Excel und digitale Arbeitstechniken
„Bei schwierigen E-Mails bin ich oft unsicher.“ „Ich möchte auch in schwierigen Situationen klar, verbindlich und adressatengerecht schreiben.“ Korrespondenz und Kommunikation
„Alle reden über KI und ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.“ „Ich möchte KI für geeignete Büroaufgaben sinnvoll einsetzen und Ergebnisse fachlich prüfen können.“ KI im Büro
„Ich verliere bei zu vielen Aufgaben ständig den Überblick.“ „Ich möchte Aufgaben verlässlich priorisieren und meine Arbeitsbelastung strukturierter steuern.“ Selbstorganisation und Prioritäten

Was macht der Weiterbildungsfinder anders als ein Seminarkatalog?

Jetzt kennen Sie möglicherweise Ihr Entwicklungsfeld. Vielleicht geht es um Excel, um professionelle Kommunikation, um den Umgang mit KI oder darum, Ihren Büroalltag besser zu strukturieren. Damit ist aber noch nicht automatisch klar, welche Weiterbildung dazu passt.

Genau hier entsteht häufig das nächste Problem: Sie öffnen ein Weiterbildungsprogramm und finden viele Seminare, die interessant klingen. Nach einigen Minuten sind aus einem offenen Browserfenster fünf geworden. Excel wäre sinnvoll. KI eigentlich auch. Kommunikation könnten Sie ebenfalls gebrauchen. Und die Fachtagung klingt sowieso spannend.

Nur: Was davon bringt Sie bei Ihrem konkreten Entwicklungsziel weiter?

Unser Weiterbildungsfinder für Sekretariat, Assistenz und Büromanagement setzt deshalb einen Schritt früher an. Sie beginnen nicht mit Seminartiteln, sondern beantworten acht kurze Fragen. Die Fragen sollen dabei helfen, Ihren beruflichen Bedarf einzugrenzen und daraus passende Weiterbildungsmöglichkeiten abzuleiten.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Denn eine Weiterbildung ist nicht automatisch sinnvoll, nur weil das Thema modern klingt oder Kolleginnen davon schwärmen. Sie sollte zu der Aufgabe passen, die Sie besser bewältigen möchten.

Vielleicht haben Sie beim Selbstcheck beispielsweise festgestellt, dass Sie regelmäßig viel Zeit mit wiederkehrenden Aufgaben verlieren. Dann wäre die interessante Frage nicht: „Welches Seminar klingt spannend?“, sondern: Fehlt mir Wissen über ein bestimmtes Programm, brauche ich eine bessere Arbeitsmethode oder liegt das eigentliche Problem in meiner Aufgabenorganisation?

Ähnlich ist es bei KI. „Ich müsste mehr über KI wissen“ klingt zunächst plausibel. Für die Auswahl einer Weiterbildung hilft Ihnen diese Aussage aber nur begrenzt. Möchten Sie mit KI Texte bearbeiten? Informationen strukturieren? Arbeitsabläufe vereinfachen? Oder zunächst verstehen, wo beim beruflichen Einsatz Grenzen und Risiken liegen? Je genauer die Aufgabe, desto sinnvoller lässt sich Weiterbildung auswählen.

Der Weiterbildungsfinder soll Ihnen diese Entscheidung nicht abnehmen. Er soll die Auswahl vorsortieren. Sie erhalten einen Ausgangspunkt und können anschließend prüfen, ob Inhalt, Termin und Format tatsächlich zu Ihnen und Ihrem Arbeitsalltag passen.

Das ist auch für Ihr Jahresmitarbeitergespräch hilfreich. Statt dort eine lange Liste möglicher Seminare vorzulegen, können Sie mit einer nachvollziehbaren Linie ins Gespräch gehen:

„Das ist die Aufgabe, bei der ich mich weiterentwickeln möchte. Das ist die Kompetenz

Vom Büroproblem zur passenden Weiterbildung

1. Schwierigkeit erkennen → 2. Entwicklungsziel formulieren → 3. Weiterbildung eingrenzen → 4. Im Jahresgespräch begründen

Sie kennen Ihr Entwicklungsfeld bereits? Dann können Sie im nächsten Schritt prüfen, welche Weiterbildung dazu passen könnte.

Weiterbildungsfinder starten

Wie begründen Sie eine Weiterbildung im Jahresmitarbeitergespräch?

Sie haben Ihren Weiterbildungsbedarf erkannt und vielleicht über den Weiterbildungsfinder bereits ein passendes Thema gefunden. Jetzt kommt der Teil, an dem viele Gespräche unnötig schwierig werden: Aus dem persönlichen Wunsch muss ein nachvollziehbarer Vorschlag werden.

Dabei brauchen Sie keine kleine Verkaufspräsentation und auch keine zehn Argumente. Entscheidend ist, dass Ihre Führungskraft den Zusammenhang versteht.

Nehmen wir noch einmal das Beispiel Excel. „Ich würde gern einen Excel-Kurs besuchen“ benennt eine Maßnahme. Mehr zunächst nicht.

Deutlich konkreter wäre: „Ich erstelle inzwischen regelmäßig Auswertungen und benötige dafür bei einigen Arbeitsschritten noch viel Zeit. Ich möchte meine Kenntnisse gezielt vertiefen, damit ich diese Aufgaben sicherer und effizienter erledigen kann.“

Jetzt stehen nicht mehr Seminar und Teilnahmebescheinigung im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt steht Ihre Arbeit.

Genau so können Sie auch bei anderen Themen vorgehen. Vielleicht koordinieren Sie inzwischen komplexere Termine und Besprechungen. Dann kann es um professionelleres Termin- und Informationsmanagement gehen. Vielleicht schreiben Sie häufiger sensible E-Mails oder reagieren auf Beschwerden. Dann liegt Ihr Entwicklungsfeld eher bei Kommunikation und Korrespondenz. Oder KI-Anwendungen gehören inzwischen zu Ihrem Büroalltag und Sie möchten genauer verstehen, wie Sie diese Werkzeuge sinnvoll einsetzen und ihre Ergebnisse prüfen.

Für das Gespräch hilft eine einfache Argumentationslinie:

Aufgabe → Schwierigkeit oder neue Anforderung → gewünschte Kompetenz → passende Weiterbildung → Nutzen für die Arbeit.

Damit vermeiden Sie auch eine Falle: Sie müssen Weiterbildung nicht größer machen, als sie ist. Nicht jede Schulung revolutioniert Ihren Arbeitsplatz. Sie darf einen ganz konkreten Nutzen haben – beispielsweise eine Aufgabe sicherer erledigen, Arbeitsabläufe besser verstehen oder neue Verantwortung fachlich vorbereiten.

Gerade wenn Ihr Tätigkeitsbereich im Laufe der Zeit deutlich gewachsen ist, lohnt sich außerdem ein genauer Blick darauf, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten inzwischen tatsächlich zu Ihrer Stelle gehören. Das ist zunächst eine andere Frage als Weiterbildung. Wenn Aufgaben dauerhaft anspruchsvoller geworden sind, kann daneben auch die berufliche Einordnung eine Rolle spielen. Dazu haben wir den gesonderten Beitrag „Höhere Eingruppierung durchsetzen“ veröffentlicht.

Für das Jahresmitarbeitergespräch selbst reicht zunächst ein sauber begründeter Entwicklungsvorschlag. Wenn Sie erklären können, welche Aufgabe Sie betrifft, was Sie besser können möchten und weshalb genau diese Weiterbildung dazu passt, haben Sie bereits eine sehr gute Gesprächsgrundlage.

Ausgangssituation Entwicklungsziel Möglicher Nutzen Formulierung fürs Gespräch
Regelmäßige Excel-Auswertungen kosten viel Zeit. Funktionen und Auswertungsmöglichkeiten sicherer einsetzen. Wiederkehrende Arbeitsschritte strukturierter und sicherer erledigen. „Ich erstelle inzwischen regelmäßig Auswertungen. Dabei möchte ich meine Excel-Kenntnisse gezielt vertiefen, damit ich diese Aufgaben sicherer und strukturierter erledigen kann.“
Schwierige E-Mails benötigen viel Zeit und mehrere Überarbeitungen. Klarer und adressatengerechter formulieren. Weniger Rückfragen und mehr Sicherheit in anspruchsvollen Kommunikationssituationen. „Ich bearbeite zunehmend anspruchsvolle Korrespondenz. Ich möchte sicherer darin werden, auch schwierige Inhalte klar und verbindlich zu formulieren.“
KI wird im Büro eingesetzt, aber die Anwendung ist noch unsicher. Geeignete Einsatzmöglichkeiten kennen und Ergebnisse besser prüfen. KI bewusster und fachlich kontrollierter einsetzen. „KI wird bei uns zunehmend genutzt. Ich möchte genauer verstehen, für welche Aufgaben sie sinnvoll ist und worauf ich bei den Ergebnissen achten muss.“
Viele parallele Aufgaben führen regelmäßig zu Zeitdruck. Prioritäten und Arbeitsorganisation systematischer steuern. Aufgaben verlässlicher priorisieren und Engpässe früher erkennen. „Mein Aufgabenbereich ist in den vergangenen Monaten breiter geworden. Ich möchte meine Arbeitsorganisation deshalb gezielt weiterentwickeln.“
Merksatz: Begründen Sie Weiterbildung nicht zuerst mit dem Seminar. Beginnen Sie mit Ihrer Aufgabe und erklären Sie, welche Kompetenz Sie dafür weiterentwickeln möchten.

Was tun, wenn Ihre Führungskraft zur Weiterbildung Nein sagt?

Sie haben sich vorbereitet, Ihren Entwicklungsbedarf erklärt und eine passende Weiterbildung gefunden. Trotzdem lautet die Antwort: „Das geht im Moment nicht.“

Ärgerlich? Natürlich. Aber für das weitere Gespräch ist zunächst eine andere Frage wichtiger: Was genau geht nicht?

Denn ein Nein zur vorgeschlagenen Weiterbildung kann Verschiedenes bedeuten. Vielleicht passt der Termin nicht. Vielleicht ist das Weiterbildungsbudget bereits verplant. Vielleicht hält Ihre Führungskraft ein anderes Thema derzeit für dringlicher. Oder der Nutzen Ihrer vorgeschlagenen Weiterbildung ist im Gespräch noch nicht deutlich genug geworden.

Deshalb würde ich an dieser Stelle nicht sofort mit weiteren Argumenten nachlegen. Fragen Sie zunächst nach.

„Liegt es eher am Termin, an den Kosten oder sehen Sie den Weiterbildungsbedarf grundsätzlich anders?“

Mit einer solchen Frage verändert sich das Gespräch. Aus einem pauschalen Nein wird im besten Fall ein konkreter Einwand – und erst einen konkreten Einwand können Sie sinnvoll beantworten.

Wenn der Termin ungünstig ist, können Sie nach einer späteren Veranstaltung suchen. Wenn die Kosten das Problem sind, lässt sich prüfen, ob ein anderes Format infrage kommt. Wenn Ihre Führungskraft den Bedarf anders einschätzt, sollten Sie noch einmal auf die Aufgabe zurückgehen, bei der Sie sich weiterentwickeln möchten.

Schwieriger wird es bei einer Antwort wie: „Das brauchen Sie für Ihre Arbeit nicht.“

Dann lohnt es sich, sachlich zu bleiben und nach der Einschätzung Ihrer Führungskraft zu fragen: Welche Kompetenzen werden aus ihrer Sicht künftig wichtiger? Welche Aufgaben sollen Sie stärker übernehmen? Wo sieht sie selbst Entwicklungsbedarf?

Das Jahresmitarbeitergespräch muss schließlich nicht damit enden, dass genau die Weiterbildung genehmigt wird, die Sie mitgebracht haben. Wertvoll kann bereits sein, dass Sie ein konkretes Entwicklungsziel vereinbaren und klären, unter welchen Voraussetzungen eine Weiterbildung später wieder auf den Tisch kommt.

Vielleicht lautet das Ergebnis dann: Wir prüfen im Januar noch einmal die Termine. Oder: Zunächst übernehmen Sie eine bestimmte neue Aufgabe, anschließend besprechen Sie den Qualifizierungsbedarf erneut. Oder Sie stellen fest, dass ein anderes Weiterbildungsthema für Ihre derzeitige Arbeit tatsächlich sinnvoller ist.

Auch dafür können Sie den Weiterbildungsfinder noch einmal nutzen und mit einer veränderten Fragestellung prüfen, welche Themen zu Ihrem Entwicklungsziel passen könnten.

Entscheidend ist, dass aus einem „Nein“ nicht automatisch ein „Thema erledigt“ wird. Versuchen Sie stattdessen herauszufinden, welche Bedingung noch fehlt, damit aus Ihrem Weiterbildungswunsch eine tragfähige Vereinbarung werden kann.

Einwand Was Sie klären sollten Mögliche Antwort
„Dafür haben wir gerade kein Budget.“ Ist die Weiterbildung grundsätzlich sinnvoll, aber aktuell finanziell nicht möglich? „Wann wäre ein sinnvoller Zeitpunkt, das Thema erneut aufzugreifen?“
„Der Termin passt nicht.“ Ist nur dieses Datum problematisch? „Dann suche ich nach einem späteren Termin. Wäre das grundsätzlich eine Option?“
„Das brauchen Sie doch nicht.“ Wie bewertet Ihre Führungskraft Ihren Entwicklungsbedarf? „Welche Kompetenz wäre aus Ihrer Sicht für meine Aufgaben im nächsten Jahr wichtiger?“
„Dafür haben wir momentan keine Zeit.“ Geht es um die aktuelle Arbeitsbelastung oder grundsätzlich um Weiterbildung? „Wann wäre die Arbeitslage günstiger, damit wir das Thema erneut prüfen können?“
Merksatz: Antworten Sie auf ein Nein nicht sofort mit mehr Argumenten. Klären Sie zuerst, was genau abgelehnt wurde.

Was sollte nach dem Jahresmitarbeitergespräch konkret feststehen?

Ein gutes Gespräch kann ausgesprochen angenehm verlaufen – und trotzdem wenige Wochen später erstaunlich folgenlos sein.

Sie haben über Ihre Entwicklung gesprochen. Ihre Führungskraft fand die Weiterbildung grundsätzlich sinnvoll. Vielleicht fiel sogar der Satz: „Das sollten wir wirklich angehen.“

Und dann?

Dann kommen Monatsabschluss, Krankheitsvertretung, Urlaubsplanung, ein neues Projekt und ungefähr 47 andere Dinge, die plötzlich dringender wirken. Im Frühjahr erinnern sich beide Seiten noch daran, dass über Weiterbildung gesprochen wurde. Nur was genau vereinbart war, lässt sich nicht mehr so sicher rekonstruieren.

Deshalb gehört zur Vorbereitung Ihres Jahresmitarbeitergesprächs auch die Frage: Was möchte ich am Ende konkret geklärt haben?

Das RKW Kompetenzzentrum empfiehlt bei der Nachbereitung von Mitarbeitergesprächen, vereinbarte Ziele und Maßnahmen festzuhalten; Weiterbildung wird dabei ausdrücklich als Beispiel genannt. Ebenso soll später überprüft werden, ob die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt wurden und wirksam waren.

Für Ihre Weiterbildung muss daraus kein bürokratischer Kleinroman entstehen. Aber einige Punkte sollten möglichst eindeutig sein.

Welches Entwicklungsziel verfolgen Sie? Welche Weiterbildung kommt dafür infrage? Wer prüft die Kosten beziehungsweise gibt die Teilnahme frei? Gibt es bereits einen passenden Termin? Und wenn noch keine endgültige Entscheidung möglich ist: Wann wird darüber wieder gesprochen?

Gerade dieser letzte Punkt ist wichtig.

„Wir schauen später noch einmal“ ist kein Termin.

„Ich recherchiere bis Ende Oktober zwei passende Angebote und wir entscheiden anschließend“ ist dagegen eine Vereinbarung, mit der Sie weiterarbeiten können.

Dasselbe gilt, wenn die gewünschte Weiterbildung zunächst nicht möglich ist. Dann kann das Ergebnis des Gesprächs beispielsweise lauten, dass Sie das Thema im ersten Quartal erneut aufgreifen oder zunächst klären, welche zusätzlichen Aufgaben Sie künftig übernehmen sollen.

So bleibt berufliche Entwicklung nicht bei einer freundlichen Absichtserklärung stehen.

Und falls Sie für das Gespräch noch kein konkretes Weiterbildungsangebot ausgewählt haben, können Sie vorher den Weiterbildungsfinder für Sekretariat und Assistenz nutzen. Er hilft Ihnen dabei, aus Ihrem Entwicklungsfeld passende Weiterbildungsmöglichkeiten einzugrenzen.

Der entscheidende Punkt ist jedoch: Gehen Sie möglichst nicht aus dem Jahresmitarbeitergespräch, ohne zu wissen, was als Nächstes passiert.

Checkliste: Ist Ihre Weiterbildung wirklich vereinbart?

Prüfen Sie am Ende des Jahresmitarbeitergesprächs, welche dieser Fragen bereits beantwortet sind:

  • □ Welches konkrete Entwicklungsziel haben wir vereinbart?
  • □ Welche Kompetenz soll ich dafür ausbauen?
  • □ Welche Weiterbildung oder welches Format kommt dafür infrage?
  • □ Wer klärt Freigabe und Kosten?
  • □ Gibt es bereits einen möglichen Termin?
  • □ Was muss ich selbst als Nächstes erledigen?
  • □ Wann sprechen wir wieder darüber, wenn heute noch keine Entscheidung möglich ist?
Merksatz: „Wir sprechen noch einmal darüber“ ist erst dann eine Vereinbarung, wenn auch feststeht, wann und wer den nächsten Schritt übernimmt.

Schlussgedanke

Ein Jahresmitarbeitergespräch ist schnell vorbei. Gerade deshalb lohnt es sich, vorher genauer hinzusehen: Welche Aufgaben haben sich verändert? Wo ist Ihr Arbeitsalltag anspruchsvoller geworden? Welche Kompetenz möchten Sie deshalb gezielt ausbauen?

Wenn Sie darauf eine klare Antwort haben, sprechen Sie nicht mehr nur über den Wunsch nach Weiterbildung. Sie sprechen über Ihre berufliche Entwicklung.

Vielleicht hilft Ihnen dabei der Weiterbildungsfinder, vielleicht der Selbstcheck aus diesem Beitrag, vielleicht auch ein Gespräch mit einer Kollegin. Entscheidend ist weniger, womit Sie beginnen, sondern dass Sie nicht erst im Jahresgespräch darüber nachdenken, wenn die Frage bereits gestellt wurde.

Denn „Ich würde gern irgendeine Weiterbildung machen“ ist schnell gesagt. Sehr viel stärker ist: „Diese Aufgabe gehört inzwischen zu meiner Arbeit. Genau dort möchte ich besser werden. Und dafür habe ich einen konkreten nächsten Schritt vorbereitet.“

So wird aus dem Jahresmitarbeitergespräch mehr als ein Rückblick auf die vergangenen Monate. Es wird zu einem Termin, an dem Sie sichtbar machen, wohin sich Ihre Arbeit entwickelt – und welche Kompetenzen Sie brauchen, um diesen Weg professionell mitzugehen.

Was Sie zum Jahresmitarbeitergespräch und zur Weiterbildung wissen sollten


Wie bereite ich mich auf ein Jahresmitarbeitergespräch vor?

Notieren Sie nicht nur, was im vergangenen Jahr gut oder schlecht gelaufen ist. Schauen Sie auch auf Ihre Entwicklung: Welche Aufgaben sind hinzugekommen? Wo übernehmen Sie heute mehr Verantwortung? Welche Tätigkeiten kosten Sie unnötig viel Zeit? Und welche Kompetenz möchten Sie im kommenden Jahr gezielt ausbauen?

Hilfreich ist, wenn Sie zu jedem Entwicklungswunsch ein konkretes Beispiel aus Ihrem Arbeitsalltag nennen können. Dadurch bleibt das Gespräch nicht bei allgemeinen Formulierungen wie „Ich möchte mich weiterentwickeln“, sondern wird nachvollziehbar und konkret.

Wie spreche ich Weiterbildung im Jahresmitarbeitergespräch an?

Beginnen Sie möglichst nicht mit dem Seminartitel. Beginnen Sie mit Ihrer Aufgabe.

Eine gute Gesprächslogik lautet:

Aufgabe → Entwicklungsbedarf → gewünschte Kompetenz → passende Weiterbildung → Nutzen für die Arbeit.

Statt „Ich möchte einen Excel-Kurs machen“ könnten Sie beispielsweise erläutern, welche Auswertungen inzwischen zu Ihren Aufgaben gehören und was Sie dabei künftig sicherer oder effizienter erledigen möchten.

Welche Weiterbildung passt zu mir als Sekretärin oder Büromanagerin?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Die sinnvollste Weiterbildung hängt davon ab, welche Aufgaben Sie heute erledigen, wo Sie sich weiterentwickeln möchten und welche Anforderungen künftig auf Sie zukommen.

Wenn Sie noch unsicher sind, können Sie zunächst den Selbstcheck in diesem Beitrag nutzen oder direkt den Weiterbildungsfinder für Sekretariat und Büromanagement ausprobieren. Er hilft Ihnen dabei, Ihren Weiterbildungsbedarf einzugrenzen und passende Themen zu finden.

Was mache ich, wenn meine Führungskraft meine Weiterbildung ablehnt?

Fragen Sie zunächst, was genau gegen den Vorschlag spricht. Geht es um den Termin, das Budget, die Arbeitsbelastung oder wird der Weiterbildungsbedarf grundsätzlich anders eingeschätzt?

Erst wenn der konkrete Einwand klar ist, lässt sich sinnvoll weiterreden. Vielleicht kommt ein anderer Termin infrage. Vielleicht soll das Thema später erneut geprüft werden. Oder Sie klären gemeinsam, welche Kompetenz aus Sicht Ihrer Führungskraft für Ihre Aufgaben wichtiger wäre.

Wichtig ist, dass aus einem pauschalen Nein möglichst eine konkrete nächste Vereinbarung wird.

Was sollte nach dem Jahresmitarbeitergespräch zur Weiterbildung festgehalten werden?

Am Ende sollte möglichst klar sein, welches Entwicklungsziel Sie verfolgen, welche Weiterbildung dazu passen könnte und wer den nächsten Schritt übernimmt.

Falls noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde, sollten Sie zumindest festhalten, wann das Thema erneut besprochen wird. Aus „Wir schauen später noch einmal“ wird erst dann eine brauchbare Vereinbarung, wenn Zeitpunkt und Zuständigkeit geklärt sind.

Viele der hier behandelten Inhalte entstehen aus dem Austausch mit Teilnehmenden der Fachtagungsreihe des Verbands der Sekretärinnen. Sie spiegeln Fragen, Erfahrungen und Entwicklungen aus dem Büroalltag rund um das Thema Job & Karriere im Sekretariat wider. 

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