Digitale Heimat oder digitales Niemandsland? Was Generation XYZ voneinander lernen kann 

„Das Internet war mal mein Zuhause – jetzt fühlt es sich an wie ein Bahnhof, in dem jeder nur noch durchrauscht.“
So oder so ähnlich klang es in der Podiumsdiskussion „GenerationXYZ: Digitale Heimaten, digitale Zukünfte“ auf der re:publica 2025. Und genau darum ging’s: Wo stehen wir heute – und wie wollen wir digitale Räume gestalten, die uns als Gesellschaft nicht weiter auseinanderreißen?

Drei Menschen aus drei Generationen saßen auf der Bühne – ergänzt durch Johnny Haeusler als Moderator. Was nach einem Generationenclash klingt, entpuppte sich als tiefgründige Bestandsaufnahme eines Netzes, das uns allen vertraut war – und in dem sich viele von uns heute fremd fühlen.

Vier Generationen, ein Netz – aber keine gemeinsame Sprache?

Wir sprechen ständig über Generation X, Y, Z – und vergessen dabei oft: Nicht das Alter trennt uns, sondern unsere digitalen Lebensweisen. Patricia Cammarata (Gen X), Oğuz Yılmaz (Gen Y), Theresia Crone (Gen Z) und Johnny Haeusler (Babyboomer mit Netzkultur im Herzen) lieferten sich keinen Kampf – sie gaben sich die Klinke in die Hand und zeigten, wie unterschiedlich unsere „Heimaten im Netz“ aussehen.

  • Patricia fühlte sich lange auf Twitter zuhause – heute ist sie digital obdachlos.
  • Oğuz vergleicht TikTok mit Zappen durchs TV der 90er: schnell, schrill, unverbunden.
  • Theresia nutzt Plattformen wie TikTok politisch – und erreicht damit junge wie alte Menschen, die dieselbe Bildungssprache sprechen, nicht zwangsläufig dieselbe Altersgruppe.

Was sie alle sagen: Die Spaltung verläuft nicht zwischen Jung und Alt, sondern entlang von Bildung, Zugang und Sichtbarkeit.

Vom Hashtag zur Handlung: Wie das Netz uns stärkt – oder ignoriert

Theresia Crone brachte ein Beispiel, das mitten ins Herz trifft: Ihre Kampagne #EndoSilence zur Aufklärung über Endometriose wäre ohne das Internet niemals möglich gewesen. Denn was in Talkshows und Parlamenten totgeschwiegen wurde, fand auf Instagram, Facebook und TikTok eine Bühne. Und eine Stimme.

Das Netz war hier nicht nur Medium, sondern Medizin – Heilmittel gegen das Schweigen.

Doch wie lange noch?
Wenn Algorithmen bestimmen, wer gesehen wird und welche Themen „engaging“ genug sind, geraten genau solche Projekte in Gefahr. Es ist nicht der Hass, der alles ruiniert – sondern der ökonomisch programmierte Filter, der nur noch Lautes sichtbar macht.

Der Frust ist echt – aber die Hoffnung auch

Der Talk war kein Jammerpanel. Er war ein Aufruf.
Ein Aufruf an jede Generation:

  • Babyboomer: Misstrauen Sie nicht dem Netz, sondern lernen Sie von denen, die es verändern.
  • Generation X: Sie haben digitale Räume aufgebaut. Jetzt ist die Zeit, sie neu zu verteidigen.
  • Generation Y: Sie kennen die Spielregeln – sind Sie bereit, sie zu hinterfragen?
  • Generation Z: Sie sind die Impulsgeberinnen – nutzen Sie diese Rolle bewusst und laut.

Neugierig? Sie sollten es sein.
Denn dieser Talk hat alles, was wir heute brauchen: Klartext, Selbstkritik, Humor und den Mut, Dinge beim Namen zu nennen.
👉 Hier geht’s zum Video (re:publica Mediathek)

Der digitale Dorfplatz – verloren zwischen Algorithmen?

Egal ob man sich früher im Gasthaus, im Jugendclub oder bei Elternabenden traf – es gab reale Orte für echten Austausch. Heute ersetzen digitale Plattformen diese Treffpunkte. Aber wie offen sind diese Räume wirklich?

Oğuz bringt es auf den Punkt: Plattformen wie Facebook oder Instagram verhalten sich wie Kneipenbesitzer, die plötzlich sagen:
„Du darfst nur noch durch diese Tür. Aber wenn du durchgehst, verlierst du deine Freunde.“

Was für ein System ist das, in dem sich Aktivist:innen, Künstler:innen und politische Bildner:innen mühsam Reichweite erarbeiten – und dann auf einen Schlag alles verlieren, weil der Algorithmus sich ändert?

Theresia Crone sagt es drastisch:
Wenn wir keine digitalen Räume mit demokratischen Regeln schaffen, dann ist unsere öffentliche Meinung in den Händen weniger US-Konzerne. Und damit unsere Demokratie selbst in Gefahr.

Mut zur Lücke – und zur neuen Plattform

Was wäre die Lösung? Wieder Blogs schreiben? Mehr Newsletter? Weniger Meta, mehr Miteinander?

Die Antwort lautet: Ja, aber nicht nur.

  • Wir brauchen digitale Orte, die nicht nur laut, sondern auch zugänglich sind.
  • Wir brauchen Plattformen, die Vielfalt zeigen, nicht ausblenden.
  • Und wir brauchen Regeln, die alle betreffen – nicht nur Creator, sondern auch Tech-Konzerne.

Der Vorschlag, einen digitalen Zirkus zu starten, der aufs Land fährt und dort Workshops, Talks und Begegnungen organisiert, klingt vielleicht erstmal naiv. Aber er zeigt: Es gibt Ideen. Es gibt Energie.

Und es gibt vor allem einen gemeinsamen Wunsch: Digitale Räume, in denen jede Generation gehört wird.

Generation XYZ braucht gemeinsame Zukunftsräume – online wie offline

Die Debatte war intensiv, ehrlich, streckenweise frustrierend – aber sie war auch ein starkes Zeichen:
Wir sind viele. Und wir sind nicht einverstanden.

Ob Sie 23 oder 63 sind, ob Sie auf TikTok, Substack oder nur im Mailprogramm unterwegs sind – dieser Talk ist für Sie. Und er gibt Ihnen das, was Social Media oft nicht schafft:
Verständnis. Respekt. Orientierung.

📺 👉 Zum Nachschauen
Das vollständige Video zur Session „GenerationXYZ: Digitale Heimaten, digitale Zukünfte“ finden Sie in der Mediathek der re:publica 2025.

🎧 Tipp: Gönnen Sie sich eine ruhige Stunde mit Tee oder Kaffee – und hören Sie zu, wie echte digitale Brücken gebaut werden.

https://www.youtube.com/watch?v=FMLBWiIsrm8

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