Ich schnaufe schneller. Aber wird schon wieder, oder?
Die neue Normalität – und warum sie uns krank macht
„Ach, ich bin einfach nicht mehr so belastbar wie früher.“ „Ich schnaufe schneller beim Treppensteigen.“ „Seit der letzten Erkältung ist irgendwie der Wurm drin.“
Solche Sätze hören wir ständig – beim Kaffeeholen im Büro, beim Elterngespräch, im Fitnessstudio, in der Familie. Und wir nicken verständnisvoll. „Ja, kenn ich auch“, sagen wir. Und gehen weiter. Weiter arbeiten, weiter funktionieren, weiter verdrängen.
Aber was, wenn genau das das Problem ist?
Was, wenn das nicht einfach das Alter, das Wetter oder der Stress ist – sondern ein Warnsignal?
Willkommen in der Ära der subtilen Symptome. Willkommen im Zeitalter der stillen Erschöpfung.
Die unterschätzten Symptome – Wenn der Körper flüstert
Es beginnt leise. Fast unmerklich.
Ein bisschen mehr Atemnot. Ein paar Stunden mehr Erschöpfung. Ein leichter Husten, der kommt und geht. Gedanken, die sich nicht mehr so leicht sortieren lassen wie früher. Ein Körper, der langsamer regeneriert, obwohl man sich „doch gar nicht so schlecht fühlt“.
Was das ist? Niemand weiß es genau. Aber eines ist sicher: Es ist nicht normal.
Laut Studien sind rund 10–15 % der Menschen, die eine Corona-Infektion durchgemacht haben, langfristig betroffen. Nicht immer dramatisch, aber deutlich spürbar – für sie selbst, aber kaum sichtbar für andere.
Das Problem heißt: Normalisierung
Weil so viele betroffen sind, erscheint es plötzlich „normal“. „Geht halt vielen so.“ „Da muss man eben durch.“ „Wir hatten ja auch zwei harte Jahre.“
Doch die Häufigkeit macht ein Symptom nicht harmlos. Sie macht es nur schwerer, gehört zu werden.
Was bedeutet Long COVID im Alltag wirklich?
Hier ist das, was oft fehlt: ein konkretes Bild.
Was heißt es eigentlich, wenn man Long COVID hat? Es bedeutet nicht, im Bett zu liegen mit Sauerstoffmaske. Es bedeutet nicht zwingend, dass man arbeitsunfähig ist. Aber es bedeutet:
man braucht mehr Pausen.
man ist schneller überfordert.
man denkt oft, man sei faul – obwohl der Körper Höchstleistung vollbringt, um Alltag zu schaffen.
man hat Angst, dass es „jetzt immer so bleibt“.
Viele Betroffene sprechen nicht darüber. Sie wollen nicht jammern. Sie fürchten sich vor Stigmatisierung. Und – vielleicht am schlimmsten – sie glauben sich selbst nicht.
Was, wenn es doch „nur Einbildung“ ist? Was, wenn es wirklich nur am Wetter liegt?
Diese Fragen sind toxisch – und gleichzeitig sehr verbreitet. Sie verhindern, dass Menschen frühzeitig Hilfe suchen. Sie blockieren jede Form von Prävention.
Warum Verdrängung kein Selbstschutz, sondern ein Risiko ist
Wir leben in einer Kultur des „Wird schon wieder“
Die meisten von uns haben gelernt, Schmerzen zu ignorieren. Kein Wunder: In einem Arbeitsalltag, der auf Produktivität getaktet ist, ist Leistung die Währung – und Erschöpfung Schwäche.
Krankheit ist okay – aber bitte kurz. Husten ist erlaubt – aber nur mit Maske und durchgearbeitet. Und wer sich „ein bisschen schlapp“ fühlt? Der braucht halt Urlaub. Oder Kaffee. Oder einen guten inneren Schweinehund.
Diese Einstellung hat System. Und sie hat ihren Preis.
Verdrängung fühlt sich harmlos an – ist aber gefährlich
Wenn Sie Symptome ignorieren, treffen Sie zwei Entscheidungen:
Sie nehmen sich selbst nicht ernst.
Sie geben Ihrem Umfeld ein falsches Signal.
„Ich schaffe das trotzdem“ heißt in Wahrheit oft: „Ich ignoriere, dass mein Körper gerade Hilfe braucht.“
Und genau hier beginnt der Kreislauf:
Symptome werden nicht behandelt.
Belastung steigt weiter.
Das Risiko für Chronifizierung nimmt zu.
Der Alltag wird anstrengender.
Die Scham wächst.
Bis man irgendwann glaubt, das sei einfach das neue Normal.
Aber das ist es nicht.
Die stille Epidemie – Warum so viele betroffen sind, aber kaum jemand redet
Es ist keine Einbildung. Es ist unterschätzt.
Long COVID wird oft als Schicksal von Schwererkrankten dargestellt. Aber die Realität sieht anders aus. Viele Betroffene hatten milde Verläufe – manche sogar kaum Symptome während der akuten Phase. Und trotzdem blieb etwas zurück.
Die Zahl der Menschen mit Spätfolgen ist erschreckend hoch – auch weil wir nicht genau wissen, wie viele es wirklich sind. Denn:
viele erhalten keine Diagnose.
viele meiden Ärzt*innen.
viele Ärzte kennen Long COVID nicht ausreichend.
viele Symptome ähneln anderen Erkrankungen.
Das Ergebnis: eine stille Epidemie. Sie bewegt sich unter dem Radar. In Wohnzimmern. In Büros. Im Homeoffice. Unter Müttern, Führungskräften, Berufseinsteigerinnen, Azubis, Pflegerinnen, Lehrerinnen, Sekretärinnen.
Und die Betroffenen? Fühlen sich oft wie Hypochonder.
Das Tragische: Viele Menschen sind krank – und glauben, sie seien faul, unmotiviert, hysterisch oder sensibel. Weil es kein Fieber gibt. Keine auffälligen Blutwerte. Kein MRT-Bild mit blinkendem Warnhinweis.
Doch nur, weil man etwas nicht sieht, heißt das nicht, dass es nicht existiert.
Der Weg aus der Unsichtbarkeit – Wie man wieder Kontrolle gewinnt
Erster Schritt: Nimm dich ernst
Der wichtigste Schritt beginnt nicht in der Klinik. Nicht beim Amtsarzt. Nicht im Reha-Zentrum.
Er beginnt bei Ihnen.
Wenn Sie sich seit Wochen nicht leistungsfähig fühlen, obwohl Sie es gewohnt waren, stark zu sein:
Dann stimmt etwas nicht.
Wenn Sie seit Monaten merken, dass Sie mehr schlafen müssen, weniger schaffen, weniger aushalten:
Dann verdient das Aufmerksamkeit.
Wenn Sie sich selbst nicht wiedererkennen – mental oder körperlich:
Dann sind Sie nicht allein.
Und genau das ist der Wendepunkt. Denn das Gefühl, „verrückt“ zu sein oder sich „nur reinzusteigern“, ist ein Symptom – nicht Ihre Wahrheit.
Zweiter Schritt: Mach sichtbar, was dich belastet
Viele Menschen führen kein Symptom-Tagebuch. Viele wissen nicht, wie oft sie wirklich Husten haben oder „neblig im Kopf“ sind.
Aber ein einfaches Notizbuch – oder eine App – kann der erste Schritt raus aus dem Nebel sein. Schreiben Sie auf:
Wann sind Sie müde?
Wann fehlt Ihnen der Atem?
Wann sind Sie gereizt, benommen oder vergesslich?
Wie war die Belastung an diesem Tag?
Aus Mustern entstehen Hinweise. Und aus Hinweisen kann Hilfe werden.
Suchen Sie ein medizinisches Umfeld, das Long COVID ernst nimmt
Nicht jede Hausarztpraxis kennt sich mit Long COVID aus. Nicht jeder Facharzt nimmt diffuse Symptome ernst. Aber es gibt sie – die Post-COVID-Ambulanzen, die Long-COVID-Netzwerke, die Spezialsprechstunden.
Begleitung mitnehmen, wenn die Konzentration schwerfällt
Ja, es braucht Geduld. Und manchmal Hartnäckigkeit. Aber die Diagnose ist der erste Schritt zu Entlastung, zu Entschädigung, zu Fürsorge.
Was Arbeitgeber und Kolleginnen tun können – und warum es uns alle angeht
Long COVID ist kein Privatproblem
Wer glaubt, dass Long COVID nur die Gesundheit einzelner betrifft, verkennt die Realität: Chronische Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und Atemprobleme haben längst Einzug in den Arbeitsalltag gehalten.
Und zwar oft still und unsichtbar.
Viele, die betroffen sind, sagen nichts. Sie machen weiter – irgendwie. Mit mehr Pausen, mehr Kaffee, weniger Gesprächen, mehr innerem Druck. Manchmal auch mit schlechten Gewissen, weil sie „nicht so viel leisten wie früher“.
Aber genau da entsteht eine Dynamik, die langfristig alle betrifft:
Aufgaben bleiben liegen.
Stimmung kippt.
Krankheitstage häufen sich.
Frust wächst.
Vertrauen schwindet.
Verantwortung heißt: Hinschauen
Arbeitgeberinnen und Führungskräfte müssen sich bewusst machen: Wer Long COVID ignoriert, riskiert den Zusammenhalt im Team – und viel Geld.
Was es jetzt braucht, ist keine flächendeckende Diagnosekampagne. Was es braucht, ist ein offener Umgang mit Gesundheit, mit Unsicherheit, mit Veränderung.
Fünf Dinge, die Unternehmen sofort tun können:
Raum geben für Symptome: Wer über Beschwerden spricht, verdient Respekt – keine Skepsis.
Gesundheitsbildung fördern: Fachvorträge, Info-Material, Newsletter zu Long COVID, ME/CFS & Fatigue.
Ressourcen stärken, nicht Leistung erzwingen: Wer erschöpft ist, braucht Verständnis und Stabilität – keine Leistungsansage.
Kolleginnen sind Schlüsselpersonen
Vielleicht merken Sie, dass Ihre Kollegin oft müde wirkt. Vielleicht hat der Kollege sich zurückgezogen. Vielleicht läuft das Gespräch nicht mehr so spritzig wie früher.
Dann sprechen Sie das an – nicht wertend, sondern unterstützend.
„Geht’s dir gut? Ich habe den Eindruck, du bist nicht ganz auf der Höhe.“
Oft reicht ein Gespräch, um Unsicherheit zu lösen. Und oft ist genau das der erste Schritt raus aus dem Gefühl, allein zu sein.
Was wir gesellschaftlich ändern müssen – damit Erschöpfung kein Schicksal wird
Gesellschaft im Energiesparmodus
Wenn Millionen Menschen in Deutschland leiser treten, ohne es offen zu sagen – dann ist das ein Alarmsignal. Nicht für fehlende Disziplin. Sondern für eine strukturelle Überforderung, die chronisch wird.
Wir haben eine Gesellschaft gebaut, die auf „Schneller, Höher, Weiter“ ausgerichtet ist – und plötzlich merken wir:
Der Mensch ist nicht unendlich belastbar.
Long COVID bringt uns an einen Punkt, den wir lange verdrängt haben: Was ist Gesundheit wirklich wert?
Es geht nicht um ein paar zusätzliche Krankheitstage. Es geht nicht um Fitness oder Selbstoptimierung.
Es geht um Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Und damit um nichts weniger als das Fundament eines solidarischen Miteinanders.
Fünf gesellschaftliche Kurswechsel, die jetzt nötig sind:
Veränderung
Warum sie wichtig ist
Beispiel
Gesundheit frühzeitig ernst nehmen
Früherkennung verhindert Chronifizierung
Aufklärung über Symptome wie Fatigue, Atemnot, Brain Fog
Luftqualität als Teil der Daseinsvorsorge anerkennen
Weniger Infektionen, gesündere Arbeitsplätze
Förderprogramme für Luftfilter in Schulen & Büros
Long COVID in den Sozialversicherungen verankern
Klare Diagnosen ermöglichen Schutz und Unterstützung
Anerkennung als Berufskrankheit in Risikogruppen
Chronische Erkrankungen entstigmatisieren
Betroffene dürfen nicht als faul, schwach oder psychisch labil gelten
Schulungen für Führungskräfte und Personalabteilungen
Gesundheit als Führungsaufgabe verstehen
Wer gesund führt, schafft Resilienz im Team
Zeitbudgets, gesundes Tempo, klare Pausenkultur
Was passiert, wenn wir nichts ändern?
Dann werden aus Hunderttausenden still Betroffenen Millionen sichtbar Erkrankte.
Dann wird aus unterschätzter Müdigkeit eine neue Volkskrankheit.
Dann zahlen wir nicht mehr mit 60 Milliarden –
sondern mit Lebenszeit, Teilhabe und sozialer Spaltung.
Schlussgedanke: „Ich schnaufe schneller“ ist keine Kleinigkeit. Es ist eine Einladung, hinzusehen.
Vielleicht sind Sie heute mit diesem Gedanken aufgewacht. Vielleicht hat jemand in Ihrem Umfeld es neulich gesagt. Vielleicht erinnern Sie sich an eine Phase, in der alles schwerer fiel als sonst – aber Sie haben es ignoriert.
„Ich schnaufe schneller“ ist mehr als ein Satz. Es ist ein Symptom. Ein Signal. Eine stille Bitte, innezuhalten.
Was wir heute als individuelle Schwäche abtun, wird morgen gesellschaftliche Schwächung bedeuten – wenn wir nicht endlich zuhören. Uns selbst. Und einander.
Denn Gesundheit ist nicht die Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit ist die Fähigkeit, das Leben zu gestalten – mit Kraft, Klarheit und ohne Angst vor dem nächsten Atemzug.
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👉 „Ich schnaufe schneller. Aber wird schon wieder, oder?“ Wenn Ihnen dieser Satz bekannt vorkommt, ist es Zeit, genauer hinzusehen.
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Wenn Sie bei drei oder mehr Fragen mit „Ja“ oder „Manchmal“ geantwortet haben, lohnt sich ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt. Sprechen Sie offen über Long COVID, ME/CFS, Fatigue und postvirale Symptome – und lassen Sie sich nicht abspeisen.
Denn Gesundheit beginnt mit Ehrlichkeit – vor allem sich selbst gegenüber.
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