Funktionspostfach: Warum „wir schauen mal“ der heimliche Vertretungskiller ist 

„Wir schauen mal“ – ein Satz, der harmlos klingt und alles verrät

Es ist einer dieser Sätze, die man im Büro fast liebevoll ausspricht.
„Wir schauen mal.“
Er klingt kooperativ, offen, freundlich – und ist doch oft das leiseste Alarmsignal für fehlendes Wissensmanagement im Sekretariat.

Denn dieser Satz fällt selten dann, wenn alles klar geregelt ist. Er fällt, wenn niemand genau weiß, wer entscheiden darf, wo Informationen liegen oder wie ein Vorgang weitergeht, sobald die Person fehlt, die ihn sonst trägt. Und genau hier beginnt das Problem.

Im Alltag fällt das kaum auf. Solange alle da sind, funktioniert vieles erstaunlich gut. Wissen springt von Schreibtisch zu Schreibtisch, Absprachen laufen über Zuruf, Kontext lebt im Kopf einzelner Menschen. Doch sobald jemand fehlt – Urlaub, Krankheit, Fortbildung – wird aus „wir schauen mal“ ein zäher Stillstand.

Ich bin gespannt, ob Sie diesen Moment kennen:
Das Funktionspostfach ist voll, die Anfragen sind sichtbar, aber niemand fühlt sich wirklich handlungsfähig. Es wird gelesen, weitergeleitet, gewartet. Und gewartet. Und noch einmal gewartet. Nicht aus Unwillen – sondern aus Unsicherheit.

„Wir schauen mal“ ist in Wahrheit kein Zeichen von Flexibilität. Es ist ein Zeichen dafür, dass Wissensmanagement im Sekretariat nicht systematisch verankert ist, sondern von Personen abhängt. Und genau das macht Vertretung so anfällig.

   

Wenn Vertretung zur Improvisation wird, ist das kein Zufall

Vertretung scheitert selten an fehlender Motivation. Sie scheitert an fehlender Orientierung.

In vielen Sekretariaten ist Wissen historisch gewachsen. Abläufe wurden übernommen, angepasst, erweitert. Vieles funktioniert – aber es ist nicht sichtbar. Entscheidungen wurden „immer so gemacht“, Ansprechpartner sind bekannt, Tonalitäten eingeübt. Für die Person, die täglich damit arbeitet, ist das effizient. Für jede Vertretung ist es ein Minenfeld.

Hier zeigt sich der Kern von Wissensmanagement im Sekretariat: Nicht, wie viel Sie wissen – sondern wie zugänglich dieses Wissen ist, wenn Sie nicht da sind.

Vertretung wird dann zur Improvisation. Kolleginnen handeln vorsichtig, schieben Entscheidungen, greifen zum Telefon oder warten auf Rückmeldung. Der Arbeitsfluss stockt, nicht weil niemand könnte, sondern weil niemand sicher ist, was richtig ist.

Und jetzt kommt die unbequeme Wahrheit: Je professioneller ein Sekretariat wirkt, desto gefährlicher ist diese Unsichtbarkeit. Denn sie erzeugt den Eindruck, alles sei geregelt – bis es das plötzlich nicht mehr ist. „Wir schauen mal“ wird dann zur höflichen Verpackung für ein strukturelles Problem.

Ein funktionierendes Wissensmanagement im Sekretariat erkennt man nicht an perfekten Tagen. Man erkennt es an Tagen, an denen jemand fehlt – und trotzdem Entscheidungen getroffen werden können.

   

Wissensmanagement im Sekretariat ist kein Tool-Thema, sondern eine Haltung

An dieser Stelle lohnt sich ein Perspektivwechsel.
Wissensmanagement im Sekretariat ist kein Softwareprojekt. Es ist auch kein Dokumentationszwang. Es ist eine Haltungsfrage: Wird Wissen als persönlicher Besitz betrachtet – oder als gemeinsame Ressource?

Viele Sekretärinnen leisten Herausragendes, gerade weil sie so viel im Kopf haben. Sie kennen Hintergründe, Stimmungen, Absprachen, Fallstricke. Dieses Wissen macht sie wertvoll. Aber es macht Organisationen gleichzeitig abhängig, wenn es nicht teilbar ist.

Und genau hier liegt die größte Überspitzung, die trotzdem stimmt:
Wissen im Kopf ist das teuerste Archiv der Welt.
Es ist nicht durchsuchbar, nicht versioniert, nicht vertretbar – und es geht verloren, wenn jemand geht.

Moderne Wissensarbeit – gerade im Sekretariat – bedeutet nicht, alles aufzuschreiben. Sie bedeutet, entscheidungsrelevantes Wissen sichtbar zu machen. Kurz. Klar. Auffindbar. Und genau so, dass eine andere Person damit weiterarbeiten kann, ohne sich schuldig zu fühlen, weil sie „nicht alles weiß“.

Diese Haltung ist die Grundlage dafür, dass Tools wie Outlook, Funktionspostfächer oder OneNote überhaupt wirken können. Ohne diese Haltung bleiben sie Ablageorte. Mit dieser Haltung werden sie Entlastung.

  

Vertretung ist kein Ausnahmezustand – sie ist der Stresstest für Qualität

Viele Organisationen bewerten ihre Abläufe danach, wie reibungslos der Alltag läuft. Das ist verständlich. Doch es ist eine trügerische Messgröße. Alltag ist Routine. Alltag verzeiht Unklarheit, weil Menschen ausgleichen, erinnern, improvisieren. Vertretung tut das nicht.

Vertretung ist der Moment, in dem Organisation ehrlich wird. Plötzlich zählt nicht mehr, was „man weiß“, sondern was dokumentiert, zugänglich und verständlich ist. Und genau hier zeigt sich der Reifegrad des Wissensmanagements im Sekretariat. Nicht in Hochglanzkonzepten, sondern in der simplen Frage: Kann jemand anderes das jetzt übernehmen?

Ich bin gespannt, ob Sie diesen Gedanken zulassen: Ein Sekretariat, das nur funktioniert, wenn bestimmte Personen da sind, ist fachlich stark – aber organisatorisch verletzlich. Diese Verletzlichkeit bleibt oft lange unsichtbar, weil Loyalität und Engagement sie kaschieren. Erst wenn jemand fehlt, wird klar, wie viel Wissen implizit geblieben ist.

Vertretung ist deshalb kein Störfall. Sie ist ein Prüfstein. Sie zeigt, ob Wissen geteilt oder gehortet wurde, ob Entscheidungen nachvollziehbar sind oder an Personen hängen, ob Systeme tragen oder nur hübsch aussehen. Wer Vertretung ernst nimmt, investiert nicht in Kontrolle, sondern in Handlungsfähigkeit.

Und genau deshalb ist „wir schauen mal“ so gefährlich. Dieser Satz bedeutet übersetzt: Wir haben gerade kein System, das uns sicher handeln lässt. Das ist menschlich. Aber es ist kein Zustand, auf den man sich verlassen sollte.

   

Die fünf systemischen Lücken hinter „wir schauen mal“

„Wir schauen mal“ fällt nicht zufällig. Er ist das Symptom für fünf strukturelle Lücken, die in vielen Sekretariaten existieren – unabhängig von Branche, Größe oder Tool-Landschaft. Diese Lücken sind leise. Aber sie wirken.

1. Entscheidungen ohne sichtbare Regeln

Wenn niemand weiß, welche Entscheidungen delegiert sind und welche nicht, entsteht Zurückhaltung. Vertretungen warten ab, statt zu handeln. Nicht aus Unsicherheit über die Aufgabe, sondern über die Erlaubnis, sie zu erledigen.

2. Wissen ohne Kontext

Informationen existieren, aber ohne Erklärung. Eine Mail sagt was, aber nicht warum. Ein Dokument zeigt Ergebnis, aber nicht Vorgeschichte. Ohne Kontext wird Wissen schwer nutzbar – und Vertretung risikoreich.

3. Aufgaben ohne Übergang

Mails werden gelesen, aber nicht in Aufgaben übersetzt. To-dos hängen im Kopf oder im Posteingang. Für Vertretungen ist nicht erkennbar, was bereits erledigt ist und was noch offen bleibt. Stillstand entsteht nicht aus Faulheit, sondern aus fehlender Klarheit.

4. Zuständigkeiten ohne Sichtbarkeit

„Das macht normalerweise X.“ Solche Sätze sind im Alltag praktisch. In Vertretungssituationen sind sie Gift. Wenn Zuständigkeiten nicht sichtbar sind, wird Verantwortung hin- und hergeschoben. Das bremst – und frustriert.

5. Tools ohne gemeinsames Verständnis

Outlook, Funktionspostfach, OneNote – alles ist da. Aber jeder nutzt es anders. Ohne gemeinsame Spielregeln werden Tools zu persönlichen Arbeitsinseln. Wissensmanagement im Sekretariat braucht jedoch gemeinsame Logik, nicht individuelle Vorlieben.

Diese fünf Lücken sind kein Zeichen von Inkompetenz. Sie sind ein Zeichen von gewachsenem Alltag ohne bewusste Struktur. Und genau deshalb lassen sie sich verändern – wenn man sie erkennt.

 

Das Funktionspostfach als Brennglas für Wissensmanagement im Sekretariat

Kaum ein Ort zeigt diese Lücken so gnadenlos wie das Funktionspostfach. Es ist sichtbar, gemeinsam genutzt, scheinbar objektiv. Und doch wird es häufig zum Schauplatz von Stillstand.

Im Funktionspostfach sammeln sich Anfragen, Entscheidungen, Informationen. Alles ist da – und trotzdem fehlt oft das Entscheidende: Orientierung. Wer übernimmt? Was ist dringend? Was wartet? Was ist bereits geklärt? Ohne diese Einordnung wird das Postfach zur Warteschleife.

Hier zeigt sich, ob Wissensmanagement im Sekretariat funktioniert. Denn ein gut geführtes Funktionspostfach lebt nicht von Ordnung allein, sondern von Bedeutung. Mails brauchen Einordnung, Aufgaben brauchen Übergang, Entscheidungen brauchen Dokumentation. Sonst bleibt nur: „Wir schauen mal.“

Viele Teams versuchen, dieses Problem technisch zu lösen. Mehr Ordner, mehr Regeln, mehr Kategorien. Das kann helfen – aber nur, wenn dahinter eine gemeinsame Haltung steht. Sonst wird Struktur zur Kulisse, nicht zur Unterstützung.

Ein Funktionspostfach ist kein Ablageort. Es ist ein Arbeitsraum. Und Arbeitsräume brauchen klare Spielregeln. Wer das erkennt, hat den wichtigsten Schritt im Wissensmanagement des Sekretariats bereits gemacht.

Was ist ein Funktionspostfach – und warum lohnt es sich?

Holen Sie sich das Whitepaper für engagierte Sekretärinnen um das Chaos im Funktionspostfach zu lösen.
👉 5 Inspirationen fürs Sekretariat

OneNote als Rückgrat wirksamen Wissensmanagements im Sekretariat

Wenn Funktionspostfach und Outlook das Brennglas sind, dann ist OneNote das Rückgrat. Nicht als weiteres Tool, sondern als Ort, an dem Bedeutung entsteht. Hier wird aus Information Wissen, aus Ablage Handlung, aus Einzelwissen Teamfähigkeit.

OneNote wirkt dann stark, wenn es Kontext speichert, nicht nur Inhalte. Kontext bedeutet: Warum gibt es diesen Vorgang? Was ist entschieden? Was gilt als Nächstes? Wer ist involviert? Diese Fragen entscheiden darüber, ob Vertretung handeln kann oder nur schaut.

Wissensmanagement im Sekretariat lebt davon, dass Wissen sichtbar, auffindbar und anschlussfähig ist. OneNote bietet genau dafür die Struktur: Abschnitte für Routinen, Seiten für Vorgänge, kurze Notizen für Entscheidungen. Kein Roman, kein Handbuch, sondern ein Arbeitsgedächtnis für das Team.

Und ja, hier liegt der Denkfehler vieler Einführungen: Man erklärt Funktionen, statt Haltung. OneNote ist kein Notizfriedhof. Es ist ein Arbeitsraum, der sagt: So arbeiten wir. Das gilt. Hier geht es weiter. Genau das macht Vertretung möglich.

   

Beiträge zu OneNote

Wie OneNote, Outlook und Funktionspostfach zusammen ein System bilden

Wissensmanagement im Sekretariat funktioniert nicht in Silos. Es entsteht im Zusammenspiel. Outlook bringt Anfragen und Termine. Das Funktionspostfach sammelt Kommunikation. OneNote erklärt, was davon relevant ist und wie es weitergeht.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Anfrage kommt ins Funktionspostfach. Outlook zeigt sie an. OneNote hält fest, welche Entscheidung gilt, welche Vorlage genutzt wird und welcher nächste Schritt ansteht. Die Vertretung muss nicht raten. Sie kann arbeiten.

Das ist der Unterschied zwischen Tool-Nutzung und Systemdenken. Systeme entlasten, weil sie vorwegnehmen, was sonst im Kopf passieren müsste. Und genau hier wird Wissensmanagement im Sekretariat zur echten Chefentlastung. Entscheidungen werden vorbereitet, nicht vertagt. Rückfragen sinken, nicht explodieren.

Wenn Sie das Zusammenspiel einmal sauber aufgesetzt haben, verändert sich die Stimmung im Team. Vertretung wird ruhiger. Verantwortung wird klarer. Und „wir schauen mal“ verliert seinen Reiz, weil es plötzlich Alternativen gibt.


Jetzt klar sichtbar: Warum die Mini-MS-Office-Frischekur der nächste sinnvolle Schritt ist

Mini-MS-Office-Frischekur: Wissensmanagement, das im Alltag trägt

An dieser Stelle wird bewusst deutlich:
Wissensmanagement im Sekretariat ist kein Einmalprojekt. Es ist eine Fähigkeit. Und Fähigkeiten lassen sich trainieren – praxisnah, humorvoll, ohne Techniküberforderung.

Die Mini-MS-Office-Frischekur setzt genau hier an. Nicht mit Klick-für-Klick-Anleitungen, sondern mit Denkmodellen, Beispielen und Strukturen, die sich im Alltag bewähren. Sie lernen, wie Outlook, Funktionspostfach, OneNote, Word, Excel und PowerPoint zusammenspielen, statt nebeneinander zu existieren.

Der Mehrwert liegt nicht im Toolwissen, sondern im Arbeitsverständnis. Sie bauen Systeme, die Vertretung ermöglichen, Wissen sichern und Entscheidungen vorbereiten. Das entlastet Sie, Ihr Team und Ihre Führungskraft – spürbar und dauerhaft.

Meine Empfehlung ist klar: Wenn Sie Wissensmanagement im Sekretariat nicht nur verstehen, sondern leben wollen, ist die Mini-MS-Office-Frischekur der pragmatische nächste Schritt. Sie holen sich damit keine Theorie ins Haus, sondern Ruhe in den Arbeitsalltag.

  

Neue Ideen mit der Mini-MS-Office-Frischekur fürs Sekretariat!

Holen Sie sich unseren Mini-Video-Kurs und lassen Sie sich beim Einsatz von MS-Office im Sekretariat inspirieren.
👉 5 Inspirationen fürs Sekretariat

Realitätscheck: Wo steht Ihr Wissensmanagement im Sekretariat wirklich?

Ich bin gespannt, ob Sie es schaffen, diese Fragen ehrlich zu beantworten – ohne Ausreden, ohne Schönfärben:

  1. Könnte heute jemand Ihr Funktionspostfach übernehmen und Entscheidungen treffen?

  2. Wäre klar, welche Vorgänge Priorität haben und welche warten dürfen?

  3. Fände eine Vertretung den Kontext zu laufenden Themen – nicht nur die Mails?

  4. Wüsste jemand, welche Vorlage gilt und warum?

  5. Gäbe es weniger Rückfragen als sonst?

Wenn Sie bei einer Frage zögern, ist das kein Scheitern. Es ist ein Hinweis. Und Hinweise sind der beste Startpunkt für Veränderung. Genau hier beginnt wirksames Wissensmanagement im Sekretariat.

  

Schlussgedanke

„Wir schauen mal“ ist menschlich. Es zeigt Rücksicht, Vorsicht, Teamgeist. Aber es ist kein System. Und Systeme sind es, die Organisationen tragen, wenn Menschen fehlen.

Wissensmanagement im Sekretariat bedeutet nicht, alles zu dokumentieren. Es bedeutet, entscheidungsrelevantes Wissen sichtbar zu machen. Für heute. Für morgen. Für Vertretung. Für Zukunft.

Wenn Sie es schaffen, Wissen aus Köpfen in Strukturen zu überführen, wird Ihr Sekretariat ruhiger, souveräner und professioneller. Und genau dann zeigt sich echte Qualität: nicht, wenn alle da sind – sondern wenn jemand fehlt.

  

Viele der hier behandelten Inhalte entstehen aus dem Austausch mit Teilnehmenden der unserer Live-Online-Seminare. Sie spiegeln Fragen, Erfahrungen und Entwicklungen aus dem Büroalltag rund um das Thema Microsoft Office wider. 

Immer informiert bleiben mit den Sekretärinnen-News

Melden Sie sich jetzt an und sichern Sie sich einen 5%-igen Gutscheincode für alle Weiterbildungen und die neuesten Nachrichten im Sekretariat. Wir starten mit einer Mini-Serie zu MS-Office und den 100+ Prompts im Sekretariat

passende Beiträge

>